<< Eva weiss von nichts.Sie schläft. Ihr Montag hat noch nicht begonnen. Wie bei allen beginnt und endet auch ihr Leben mit einem Tag. Der erste und der letzte sind ähnlich, wesensverwandt. Sie kommen, ohne sich anzumelden. Es sind Unbekannte, Geistertage. Eva wird sich nicht an sie erinnern. Die Erinnerung beginnt im Nichts und verschwindet wieder darin. Umso autoritärer geht man die Tage dazwischen an, zerschneidet sie in Minuten, Stunden, nur um sie in Wochen und Jahren wieder zusammenzukleben. In den Kalendern sitzen sie in Gefängnissen, gleichnamige Insassen, als wären sie keine Einzelstücke - als sei jeder Montag, ein Montag, ein Montag. Ein und derselbe. Vielleicht weil es besänftigt, zu glauben, wer Montag ist und was man mit ihm tut. Der Montag von heute wartet noch, Evas Gesicht und die blonden Haare liegen ruhig und alltäglich auf dem Kissen, wie die leere Teetasse neben dem Bett, die Bücher an der Wand, das Shirt von gestern auf dem Boden. Aber bald krümmt es sie in die Embryostellung, der Körper weiss, was passiert, bevor das Gehirn es denken kann. (…) >>
Eva weiss von nichts. Sie schläft. Ihr Montag hat noch nicht begonnen.
Eva weiss von nichts. Sie schläft. Ihr Montag hat noch nicht begonnen.
Auszug aus halb so schlimm, eva.
Debütroman, in Arbeit (2023-2026)